Wie ich meinen Online Shop zu einem 6stelligen Einkommen aufgebaut habe

Seit 10 Jahren betreibe ich meinen Online Shop für Edelsteine und möchte dir in diesem Artikel erzählen, wie ich ihn ohne Kapital gestartet und zu einem 6-stelligen Jahreseinkommen aufgebaut habe.

Warum ich einen Online Shop erstellt habe

Ich habe mich ja schon sehr früh, 2009 mit 23 selbstständig gemacht und mit Webentwicklung und Grafik begonnen. Sehr schnell habe ich erkannt, dass ich zwar keinen Chef mehr habe, jedoch nun meine Kunden meinen Tagesablauf bestimmen und irgendwie als Chef fungieren.

Deshalb habe ich mir gedacht, so, ich nehme jetzt all meine Skills, die ich im laufe der Zeit gelernt habe und mein ganzes Know How von meiner Arbeit als Webentwicklerin und baue mir damit meinen eigenen Online Shop!

Ein Online Shop ist wie ein Spiel

Für mich ist mein Online Shop wie ein Spiel. Es fühlt sich an, als würde ich im Auktionshaus von World of Warcraft herumtraden, Preise von Erzen überwachen und am Ende mit Echtgeld herauskommen. 🙂

Mein Online Shop war für mich immer schon so etwas wie ein lebendiges Wesen, eine Art Cyborg oder Roboter mit künstlicher Intelligenz. Man kann ihn füttern, mit Daten von Bestellungen und Besuchern, neuen Produkten, man muss ihn pflegen und sich um ihn kümmern, wie um ein Haustier.

Jedesmal, wenn ich eine Bestellung bekomme, habe ich das Spiel quasi gewonnen. Denn auf dem Weg zum Bestell-Knopf durchläuft der Besucher einige Hürden – Versandkosten, den Aufbau der Website und die Menüführung, die richtigen Produkte, Preise etc. Alle diese vielen Details können jemanden davon abhalten, zu bestellen. Eine Bestellung ist für mich deshalb wie ein WIN – und auch der Besteller gewinnt, weil er in Kürze ein schönes Päckchen nach Hause geschickt bekommt.

Interessen & Branche wählen

Als ich mich entschieden hatte, einen Online Shop bauen zu wollen, musste ich mir natürlich erst einmal aussuchen, was ich denn eigentlich verkaufen will.

Dazu habe ich mir eine Liste mit meinen Interessen gemacht und überlegt, was sich davon verkaufen ließe. Am Ende blieben 2 Dinge übrig: Edelsteine & Backen.

In beide Themen habe ich mich ganz ordentlich vertieft, mir Kataloge von Großhändlern bestellt, an Logos herumgebastelt, mir vorgestellt, wie es wäre einen Backshop oder einen Edelsteinshop zu betreiben.

Die Nachfrage recherchieren

Auch die Nachfrage für beide Themen habe ich recherchiert. Denn die Werbung ist deutlich einfacher und günstiger, wenn man die Nachfrage nur bedienen anstatt generieren muss.

Die Entscheidung Backen vs. Edelsteine

Für Edelsteine habe ich mich entschieden, weil ich ein sowohl breites als auch einzigartiges Sortiment anbieten und den Aufwand dabei so klein und einfach wie möglich halten wollte. Edelsteine brauchen wenig Lagerplatz, sind frei in der Preisgestaltung und bieten viele Möglichkeiten für individuelle Produkte.

Klein beginnen

Begonnen habe ich, indem ich gerade so viel Produkte eingekauft habe, dass jemand etwas in meinem Shop kaufen würde. Die Hälfte meiner angebotenen Produkte hatte ich gar nicht auf Lager und habe sie bei meinen Großhändlern erst dann bestellt, wenn jemand sie bei mir bestellt hat.

So habe ich zb. 1kg Amethyst Steine mit 50 enthaltenen Steinen eingekauft, einen Amethyst davon verschickt und bei der nächsten Amethyst Bestellung hatte ich ihn schon auf Lager.

Von den Einnahmen habe ich mir weitere Steine gekauft und sie sofort wieder in den Shop investiert. So habe ich mir über Monate und Jahre ein breites Sortiment aufgebaut, ohne große Investitionen tätigen zu müssen.

Der Aufbau ging deshalb nicht langsamer vonstatten, da ich nebenher sowieso dafür sorgen musste, mit suchmaschinenoptimierten Texten und Google Adwords, dass mein Shop gefunden wird.

Daten sammeln & Verhalten analysieren

Damit du deinen Besuchern genau das geben kannst, wonach sie suchen, ist es sehr wichtig, dass du die Daten deiner Website analysierst.

Ich habe wohl mehr Stunden als in PUBG – also mehrere 1000 Stunden, damit verbracht, Suchanfragen und Daten in Google Analytics zu analysieren und zu kombinieren. So konnte ich herausfinden, was meine Besucher in meinem Shop tun, wie sie sich verhalten, welche Produkte ihnen gefallen, was ihnen fehlt, was ihnen besonders gefällt usw. – ein richtiges Minigame!

Das schönste Gefühl ist für mich deshalb, wenn ich dieses Minigame gewinne, indem ich die Daten richtig interpretiere, meinen Kunden Produkte anbiete, von denen ich denke, dass sie ihnen gefallen und sie diese dann sogar kaufen 🙂

Probleme lösen

Der größte Schritt, den ich in der Entwicklung meines Online Shops gemacht habe, war, Produkte aus Eigenbedarf anzubieten.

Eines Tages kam ich auf die Idee, ich hätte gerne Edelstein Ohrringe, keine Ohrstecker, wie man sie meistens findet, sondern schwingende, baumelnde, verspielte Ohrhänger. Da ich nirgends welche gefunden habe, fiel mir ein, ich könnte sie ja selbst herstellen! So weit habe ich am Anfang gar nicht gedacht, weil ich nur in diesem einkaufen-verkaufen Mode war. 🙂

Edelstein Shop Ohrringe

Also habe ich mir die Materialien und Steine dafür gekauft, Ohrringe angefertigt und diese auch in meinem Shop angeboten. Als eines Tages jemand meine Edelstein-Ohrringe bestellt hat, war ich von nun an absolut gehyped und habe die nächsten Wochen nur damit verbracht, Schmuck anzufertigen und diesen in meinem Shop anzubieten.

Das hat für mich eine ganz neue Welt geöffnet und ich bin vom „Händler only“ zum Kunsthandwerker geworden, der seine Werke online verkauft. Heute ist diese Produktgruppe die beliebteste in meinem Shop!

Für meinen Shop war dies ein großer Meilenstein, denn es ist ja oft so, dass wenn man Dinge aus Eigenbedarf macht, weil man sie selber braucht, löst man für sich ein Problem und die Lösung kann man dann auch anderen Menschen anbieten.

Deine persönliche Note

Wenn du einen Shop aufbaust, überlege dir, wie du deinen Shop persönlicher gestalten kannst. Welche persönlichen Produkte kannst du anbieten, wie kannst du dich mit deiner persönlichen Note von anderen Shops unterscheiden? Wie kannst du deinen Shop gestalten, damit er persönlicher und freundlicher wirkt?

Mit einem persönlicheren Auftreten kaufen Menschen viel lieber in deinem Shop, weil sie einen persönlichen Ansprechpartner haben und sich dadurch auch sicherer beim Einkauf fühlen.

Simpel halten

Meinen Online Shop betreibe ich ja ganz alleine – Vom Produkte fotografieren, Texte schreiben, Edelsteine aufstöbern, Emails beantworten, Website aktuell halten, Päckchen einpacken und versenden. Niemand hilft mit, außer mein guter Hund Ylvi, die mit mir immer brav die Päckchen zur Post bringt 🙂

Mein guter Hund Ylvi

Wenn ich sage, das bin alles ich alleine, dann meine ich nicht damit, dass ich 12 Stunden pro Tag arbeite und eigentlich Hilfe benötige, aber das ganze Geld für mich behalten will… Nein so ist es nicht 🙂 Sondern ich arbeite maximal 2 Stunden am Tag in meinem Shop! Dass ich dabei ein 6-stelliges Einkommen verdiene, ist nur wegen einer einzigen Sache möglich: Ich halte alles sehr simpel!

Zum Beispiel biete ich keine Unikate in meinem Shop an. Denn damit ein Produkt erst einmal online kommt, müssen viele Schritte durchlaufen werden – von Fotos bis zu Texten etc. Dieser Aufwand ist den einmaligen Kauf für zb. 100 Euro nicht wert. Ich biete stattdessen lieber Produkte an, die mehrfach gekauft werden können.

Auch habe ich mich darauf spezialisiert, kleine Dinge zu verkaufen, die ich schnell und einfach einpacken kann, statt 12kg schwere Steine, die meistens nicht besonders viel Wert sind, jedoch Unmengen an Zeit zum Einpacken und Versand kosten.

So spare ich sehr viel Zeit und mache nur Dinge, die am Ende ein Vielfaches meiner Zeit wert sind.

Unabhängig bleiben

Ein wichtiger Punkt, warum mein Shop so gut wachsen konnte ist, dass ich ihn über meine eigene Plattform anbiete. Ich bin nicht in erster Linie Gast auf einer anderen Plattform wie Amazon, Etsy, etc. Das kann ich alles nebenbei machen, wenn ich will, aber die Haupt-Einnahmen laufen unter meiner eigenen Domain.

Denn auf anderen Plattformen kann ich weder Daten sammeln noch das Verhalten meiner Besucher analysieren, um herauszufinden, was sie genau wollen.

Und stell dir einmal vor, du bietest deine Produkte auf einer anderen Plattform an und niemand kauft sie. Wie willst du herausfinden, warum das so ist? Finden die Menschen deine Produkte nicht schön? Wirst du nicht gefunden, weil es so viel Konkurrenz auf der Plattform gibt? Gibt es keine Nachfrage für die Produkte, die du anbietest? Du kannst es nicht wissen! Und das führt oft dazu, dass man aufgibt, weil man denkt, „Keiner mag das, was ich mache“!

Und schuld ist nur, dass man keine Kontrolle und keine Einsicht in die Daten hat. Deshalb ist es ganz wichtig, dass du gleich von vornherein dein eigenes Baby aufbaust!

Wie gefährlich es sein kann, dass man sich von anderen Plattformen abhängig macht, sieht man am Beispiel von Dawanda. Tausenden Unternehmen, die ihre handgefertigen Produkte auf Dawanda verkauft haben, wurden durch die Schließung von Dawanda die Existenzgrundlage genommen.

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